Heute Support-Ende für Windows Vista

Genau heute läuft der Support für Vista aus. Was heißt das: Keine Security-Updates, keine Non-Security Updates, keine Hotfixes, kein Support (auch kein bezahlter Extra-Support), keine technischen Beschreibungen mehr online (gut, die werden meist etwas später gelöscht,…).

Passend dazu ein Bild, ich als Erklärbär (vermutlich bei der ETC), rank und schlank… fast so wie heute.

vistaretro.png

Eine schöne Zeit, die Leute waren begeistert davon, dass Vista gebootet hat. Hat man irgendwie nicht erwartet. Aber heute gilt: PCs mit Windows Vista sollten keinerlei Netzwerk mehr angehören, weder Internet noch Intranet und sind generell als unsicher zu betrachten. Wenn man jetzt noch Windows Vista einsetzt, gilt man als böser Mensch, der nicht alle Tassen im Schrank hat. Übertroffen nur noch von Windows XP Benutzern.

Who cares?

Böse Zungen behaupten, dass man sowieso ein Problem hatte, wenn man Vista eingesetzt hat. Da stimme ich aus historischer Verklärtheit nicht zu. Aber ja: Entweder man hat ohnehin Windows 10, oder aber noch Windows 7. Nur so ganz ist es nicht, tatsächlich gibt es Unternehmen, die immer etwas ungepflegter unterwegs sind.

Jetzt kommt übrigens der Hammer:

Microsoft empfiehlt Unternehmen mit Windows Vista den Umstieg auf Windows 10.

Wer hätte das gedacht?

Mehr Information:

Wieso so plötzlich, warum sagt denn das niemand?

Erst letzten Monat hatte ich einen erbosten Anruf eines Kunden, der komplett überrascht war, dass der Support so plötzlich endet. Nun… Microsoft kündigt das teilweise wirklich ein Jahrzehnt vorab an. Die Lifecycle-Seiten geben Auskunft. Mag sein, dass durch den Einsatz eines Service-Packs der Zeitraum verlängert wird (bei Windows 10 wären das neue LTSBs), aber es sind mindestens 10 Jahre. Im Fall von Windows Vista starte der Supportzeitraum am 25. Jan 2007 und endet am 11. April 2017.

Für die nächste Überraschung wird das plötzliche Einstellen des Support für Windows 7 sorgen, das ist am  14. Jan 2020 der Fall.

6 Kommentare

  • Naja, bei aller Kritik – ich stehe ja noch immer auf dem Standpunkt, dass ein Großteil des „inszenierten Vista-Debakels“ einfach an schlechter Treiberverfügbarkeit lag, weil wir ein komplett neues Treibersystem bekommen haben. Windows 7 (NT 6.1) hat sich dann mit den kompatiblen Treibern ins gemachte Nest gesetzt. NT 6 (Vista/2008) hat uns eigentlich das Fundament eines modernen NTs gebracht, das bis Win10 nachwirkt; wie den WIM-Installationsprozess plus PE, ein taugliches 64-Bit-System mit 32-Bit-Subsystem, eine anständige Firewall „from the get-go“, Grafiktreiber-Recovery/reboot-lose Installation oder Hyper-V am Server etc. etc.

    Firmen (wie wir) hätten nach der Argumentation dann den Server 2008 auch nie einsetzen dürfen (ist ja zu großen Teilen kernelgleich mit Vista SP1).

    Es stimmt schon, dass es Anfangsschwierigkeiten gab mit außerordentlichen Hotfixes vor SP1 und ich sehe auch deutlich, dass z. B. Server-2008-VMs viel träger performen als eine moderne Gen2-VM unter Hyper-V; dennoch halte ich die übertriebene Negativ-Publicity, meist von Leuten die technisch eh keinen Tau haben, für überzogen. Man muss auch das Gute betrachten, nicht nur das Schlechte. Da braucht man gar nicht verklärt sein 😉

    • Das Hauptproblem von Vista war: Normalerweise laufen neue Windows-Versionen auf maximal 3 Jahre alter Hardware. Windows Vista lief zum Release-Zeitpunkt nicht einmal auf einem großen Teil der damals noch neu verkauften Business-Laptops mit guter Performance und allen Features (Stichwort Intel-Chipsatz-Grafik). Zweitens gab es beim Zusammenspiel mit Office und z. B. SharePoint bekannte Probleme, die erst im SP1 behoben waren. Aber der Ruf war da schon ruiniert.

      Dass sich Windows 7 dann ins „gemachte Nest“ setzte, kann ich nur voll und ganz unterstreichen (die Formulierung finde ich übrigens sehr gut).

  • Na ja, nach 6 Jahren, 10.000 Microsoft Mitarbeitern und 6 Milliarden US Dollar sowie etlichen Ankündigungen und Versprechen die nicht eingehalten worden sind, hätte man vom Ergebnis mehr erwartet. Geliefert hat Microsoft dann mit Windows 7. Klar, betrachtet man die Windows 7 Beliebtheit, dann fragt man sich in der Retrospektive durchaus, warum Vista so unbeliebt war (denn sooooooo unglaublich verschieden sind Vista und Windows 7 nicht). Schade nur, daß Microsoft es danach erneut versaubeutelt hat. Ist halt das generelle Problem: Keine Konsistenz, in keinem Bereich. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und Microsoft ist wie ein kleines Kind, das sich am Strand eine Sandburg baut und kaum ist sie fertig, haut es mit der Schaufel alles wieder kaputt.

  • G.B. aus W. in Ö. schrub:

    > Für die nächste Überraschung wird das plötzliche Einstellen des Support für Windows 7 sorgen, das ist am 14. Jan 2020 der Fall.

    Unter bestimmten Umständen hat Microsoft bereits jetzt den Support für Windows 7 und Windows 8.1 eingestellt und liefert keine Sicherheitsupdates mehr aus:

    https://www.golem.de/news/windows-7-und-8-1-ryzen-und-kaby-lake-rechner-von-updates-ausgeschlossen-1704-127318.html

    Unter dem Aspekt scheint die Behauptung…

    > es sind mindestens 10 Jahre

    …schlicht und ergreifend die Unwahrheit zu sein.

    • Also: Die bestimmten Umstände sind offenbar, dass sich über nach Mainboard und CPU im Rechner plötzlich über Nacht verändert haben? Das würde mich auch aufregen. Ansonsten wird gar keine Unterstützung EINGESTELLT, es wird nur für zukünftige Systeme kein Support hinzugefügt. Das OS aus dem Jahr 2009 bekommt also keine Anpassung für neu gekaufte Hardware aus 2017. Eigentlich nicht weiter seltsam…

      Dieses Problem hat man übrigens mit Windows 10 nicht, das bleibt immer aktuell. Dafür hat man es dort in die andere Richtung. Wenn die Hardware so alt ist, dass der Hardwarehersteller keinen Support mehr auf diese Plattform gibt, dann fällt auch der Microsoft Support… (wobei da vermutlich nicht „hart“ geblockt wird.

      • Auch das ist nicht ganz richtig. Windows 7 läßt sich ja auf PCs mit Kaby Lake Prozessoren installieren und Sicherheitsupdates gäbe es für Windows 7 auch, wenn Microsoft diese nicht VORSÄTZLICH blockieren würde. Gedacht war übrigens ein Umstand, bei dem man sich einen neuen PC mit Kaby Lake CPU kauft und seine Windows 7 DSP installieren möchte. Gewiß ein sehr seltener Umstand, wer kauft schon einen neuen PC und möchte seine vorhandene Software weiternutzen. Na geh, bitte, so etwas tut doch niemand…

        PS: Frohe Ostern http://www.smilies.4-user.de/include/Ostern/smilie_oster_232.gif

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