Windows 10 Lifecycle

Viele Medien berichten derzeit über den Lifecycle von Windows 10 und dass dieses „nur“ bis 2025 Updates bekommt. Diese Artikel sind meiner Meinung nach falsch.

lifecycle

Quelle: http://windows.microsoft.com/en-us/windows/lifecycle

Irgendwie scheint niemandem aufzufallen, dass da – nur bei Windows 10 – neben dem Produktnamen ein „released in July 2015“ steht. Das ist aber recht wichtig…

Begründung: Für jene Version, die Microsoft im Juli 2015 herausbringt, gibt es 10 Jahre Support. Das betrifft wohl vor allem den so genannten „Long Term Service Branch“ (LTSB), also jene Edition, die Enterprise Kunden nutzen können und wo man außer Sicherheitsupdates keine weiteren Updates erhält („Mission Critical“). Diese Kunden haben die Möglichkeit innerhalb der 10 Jahre Support auf eine aktuellere LTSB-Release umzusteigen.

Zitieren wir mal eine Quelle:

As we introduce new enterprise features over time, we expect to provide new Long Term Servicing Branches at appropriate time intervals, which will incorporate new functionality. Customers will be able to move devices easily from the Long Term Servicing branches they are currently on, to the next Long Term Servicing branch, as well as be able to skip one – using in place upgrade technology in Windows 10. We are committed to providing customers reasonable notice before a Long Term Servicing branch is declared, in order to help with deployment planning.

Und genau das ist der Punkt. Microsoft wird in x Monaten/Jahren ein weiteres LTSB-Release vorstellen und dann steht im Lifecycle eine weitere Zeile. Wie zum Beispiel (und es ist nur ein Beispiel!):

Windows 10, released in August 2017. Mit einem Lifecycle von …. 10 Jahren.

Alle anderen Benutzer (Home, Pro, Enterprise ohne LTSB) betrifft das ohnehin nicht, sie erhalten die jeweils aktuelle Version. 2025 würde also nur dann ziehen, wenn es kein neues LTSB-Release geben sollte. Was aber sehr, sehr unwahrscheinlich ist.

Mit Meldungen über das 2025-Support-Ende generiert man also Klicks, aber … nun ja, schauen wir mal wie der Doktor reagiert (CHIP hat den Tweet auch bereits gelöscht bzw. verändert. Aber das Netz vergisst nicht.):

Huch, das ist aber harsch.

Informationen zum Long Term Service Branch: http://blogs.windows.com/business/2015/01/30/windows-10-for-enterprise-more-secure-and-up-to-date/

Ich hoffe es wird damit etwas klarer. Interessant ist der Lifecycle vielleicht auch aus einem anderen Grund, wie Dr. Windows meint: Damit wäre auch klar, dass Windows 10 nicht plötzlich kostenpflichtige Updates bekäme,… siehe dazu Windows 10 Supportzyklus: Mist, wieder kein Skandal.

7 Kommentare

  • Danke für die Richtigstellung.🙂

  • das garstige Glashaus

    Da gibt es aber dennoch Ungereimtheiten. Entweder meint es Microsoft mit der Zwangsbeglückung mit Updates ernst (auch wenn Enterprise / Edu Kunden die Möglichkeit haben selbige um glaube ich – korrigiere mich, wenn ich irre – acht Monate bei der Installation zu verzögern) und Windows 10 ist tatsächlich das letzte Windows aller Zeiten, weil es „as a service“ kontinuierlich über Funktionsupdates weiterentwickelt wird oder aber Microsoft Plant dennoch einen Windows 10 Nachfolger und „das letzte Windows aller Zeiten“ und „Windows as a service“ war nur Gewäsch. Denn wenn das eine stimmt, gibt es kein EOL mehr und jedweger Lifecycle ist Unfug oder aber es gibt doch ein EOL und dann war alles, was man gehört hat, Augenwischerei.

    Somit sind wir wieder beim Punkt: Wie genau stellt sich Microsoft die Zukunft von Windows 10 vor? Wird es jemals ein Windows 11 geben? Kommt wirklich jede Neuerung bis zum Ende aller Tage als Funktionsupdate? Wird die einmal bezahlte Lizenz somit auf Ewig gelten? Wird es irgendwann ein Stop geben und Windows wird echte Software as a service, für die man nur noch zeitlich begrenzte Lizenzen kaufen bzw. abonnieren kann? Wird es wie durchgesickert so kommen, daß W10 Lizenzen zukünftig fest an Hardware gebunden sind und nur auf eben dieser Hardware genutzt werden können, oder kann man alte Lizenzen auf einen neuen Rechner umziehen? Gäbe es da nicht zumindest in Deutschland eh ein Konflikt mit dem BGH Urteil I ZR 244/97? Alles sehr nebulös bis dato wie ich finde.

    Bis auf einen riesen Haufen Gerüchte und einen noch größeren Haufen Ungereimtheiten, stochert man da explizit noch im Nebel rum.

    • Genau, es gibt diese zwei Möglichkeiten. Entweder es ist so, wie Microsoft das sagt. Oder es ist ein Mischmasch aus Vermutungen, lustigen Presseartikeln und Forenkommentaren. Mich wundert jetzt, dass Du zum zweiteren tendierst,..?

      • das garstige Glashaus

        Das Problem ist Microsoft sagt ja nichts. Hier eine Andeutung, dort ein Kommentar, am nächsten Tag ein Dementi und am übernächsten kommt es dann doch so. Warum kann man nicht einmal Klarheit schaffen?

  • das garstige Glashaus

    Und wo wir schon bei den unbeantworteten Fragen sind: Vollzieht man das kostenlose Upgrade auf W10, was passiert dann mit dem Product Key der migrierenden Windows Installation? Wird der bei Neuinstallation von sagen wir W7 nicht mehr aktiviert? Wird er so lange nicht mehr aktiviert, wie man W10 nutzt? Gibt es eine (lizenzrechtliche) Downgrademöglichkeit nach dem Upgrade? Ich meine für OEM Rechner ist das eh egal, die sind allesamt per zertifikat.xrm-ms mit einem Universalkey voraktiviert, der auf dem Gerät aufgeklebte sollte dann ja weiterhin nutzbar sein und sich telefonisch aktivieren lassen. Aber für Käufer der DSP / Vollversion ist das eine wichtige Frage.

    • Wie sollte die Basislizenz plötzlich ungültig werden? Seit es Updates gibt, braucht das eine lizenzierte Basislizenz. Die Downgraderechte gibts ebenso lange. Wo hat Microsoft irgendetwas gesagt, dass sich das plötzlich alles ändert, der alte Key ungültig werden würde usw…? Bitte um Quelle einer Microsoft-Seite.

      • das garstige Glashaus

        Ich habe nicht behauptet es kommt so, sondern gefragt, wie Microsoft gedenkt dies zu handhaben. Deswegen hab ich das ja auch mit „unbeantworteten Fragen“ überschrieben😉 Hierzu wäre nämlich eine genaue Aussage von Microsoft wirklich hilfreich. Ich habe irgendwann mal gehört (bestimmt alles nur unhaltbare Gerüchte aus irgendwelchen Blogs im Internet😈 ), daß du irgendwie einen guten Draht zu Microsoft hättest. Kann man nicht mal ein Fragenkatalog erstellen, den du dann „offiziell“ beantworten läßt? Aber vermutlich wird das eh nur Seattle und nicht Vienna können.

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