Erfahrungsbericht: Windows Hello – Das erste Mal

Microsoft verfolgt die heilige Mission, die Passworte umzubringen. Man loggt sich zusätzlich mit einem weiteren Faktor ein (PIN, Gesicht,….). Andreas Leitgeb hat es selbst versucht und berichtet stolz:

Erstes mal mit Hello eingeloggt!

Erstes mal mit Hello eingeloggt!

Gratuliere Andi! In der brandneuen 15-Sekunden-Werbung sieht das so aus:

Die längere Fassung (via Making Windows 10 More Personal and More Secure with Windows Hello) sieht so aus:

Aber zuerst mal die Basics.

Windows 10 unterstützt drei Arten der Biometrie:

  • Fingerprint
  • Gesichtserkennung
  • Iris

Alle sind in das Windows Biometrie Framework integriert und haben idente Prozesse für Enrollment und Benutzung. Microsoft hält die Technologie für „Enterprise-grade security“ und gibt einer alse Acceptance Rate von 1:100.000 und eine False Rejection Rate von 2-4% an. Zusätzlich gibt es die „Lebenderkennung“, also dass niemand einfach ein Bild oder ein Video davor hält und die Erkennung von Angriffen (Spoofing).

Für die Windows Hello Gesichtserkennung wird derzeit zwingend eine Intel RealSense 3D (F200) Kamera benötigt. Fingerabdruck-Scanner sollten alle, die auch bisher vom Biometrie Framework unterstützt worden sind, mit Windows Hello funktionieren. Einzig für den Irisscan wird es erst in den nächsten Monaten etwas geben.

Intel RealSense 3D (F200)

Unterstütze Geräte mit der benötigten RealSense Kamera listet Intel auf einer eigenen Seite (via Dr. Windows):

Intel RealSense

Mehr Information: http://www.intel.com/content/www/us/en/architecture-and-technology/realsense-devices.html. Intel hat natürlich noch viel hochtrabendere Ideen und Szenarien für die Technologie.

Setup für den Selbstversuch

Wer es selbst mit der Kamera ausprobieren bzw. nutzen will, aber keines der Geräte hat: man kann auch das RealSense Developer Kit erstehen, das hier zu beziehen ist. Andreas hat das bestellt, ist aber ein durchaus “teures” Vergnügen, kommen doch zu den 99 US$ auch noch Versand und Zoll hinzu, was am Ende insgesamt rund 160 EUR ausgemacht hat.

Die Einrichtung ist dafür recht einfach, Kamera anstecken und den Treiber installieren, offenbar ist dieser noch nicht auf Windows Update. Den aktuellen Intel RealSense Depth Camera Manager (DCM) Treiber bezieht man im Intel Download Center.

Erste Erfahrungen

Ok, wäre mir zu teuer, spannend ist ja eher, ob es denn gut und wirklich klappt. Dazu Andi im O-Ton:

Funktioniert Super!

Allerdings schränkt er auf Nachfrage ein:

Wenn ich die Brille abnehme, erkennt er mich nicht mehr.

Ja, gut. Wenn Du die Brille abnimmst, erkenn ich Dich auch nicht mehr. Davon abgesehen dürfte es wirklich endlich mal eine Sache sein, wo erhöhte Sicherheit auch gleichzeitig mehr Bequemlichkeit bringt, was eine seltene Kombination ist.

Wir haben jetzt kein Video gemacht, aber wer das in Aktion abseits von Marketing Videos sehen will: Richard Hay von WinSuperSite hat Hello in einem (mir etwas zu langatmigen) Video festgehalten.

Günstiger kommt man natürlich zu Windows Hello, wenn man statt seines Gesichts einen vorhandenen Fingerprint-Sensor verwendet. Mein Lenovo X1 (der allerdings ziemlich verstaubt) hat so einen und lässt sich für Windows Hello einrichten.

Technische Information

Weitere Informationen hat es bei der Build bzw. Ignite gegeben, hier jeweils das Recording plus auch die PowerPoint Sides:

Zusätzlich gibt es in der Microsoft Virtual Academy den kostenlosen Online-Kurs „Getting Started with Windows 10 for IT Professionals“ wo das Modul 7 „Secure Authentication with Windows Hallo“ behandelt.

Persönliche Anmerkung: Ich weiß ja nicht, aber ich fürchte dass mich Windows Hello in der Früh nicht erkennt, dafür aber Cortana nachfragt, ob ich medizinische Hilfe benötige.

7 Kommentare

  • Ich muss gleich mal was dazu schreiben. Ja, wenn ich die Brille abnehme erkennt er mich nicht! Somit muss ich mein Gesicht neu für Windows Hello einscannen und dann funktioniert mein Gesicht mit & ohne Brille🙂

    • das garstige Glashaus

      Ist eh nur eine rein theoretische Frage, denn als Brillenträger wird man ja die Brille nicht grundlos aufhaben. Von Interesse vielleicht für Leute, die mit Kontaktlinsen abwechseln, ansonsten wird man wohl eh immer mit Brille vorm PC sitzen, wenn man denn eine benötigt. Viel interessanter sind die Rückschlüsse, die man auf die biometrische Erkennungsgenauigkeit daraus ziehen kann: Staatliche biometrische Systeme zur Erkennung per Gesichtsgeometrie erkennen einen mit und ohne Brille, mit und ohne Bart, mit und ohne Kopfbedeckung, mit veränderter Frisur und bei schlechten Lichtbedingungen. Hier wäre eine entsprechende Testreihe mal recht interessant, was Windows Hello wirklich zu leisten vermag und was eher nicht.

  • Was hat es mit dieser RealSense-Kamera eigentlich auf sich? Was unterscheidet sich von einer normalen Webcam, wie sie in fast jedem Laptop verbaut ist? Ist das so eine Art Kinect?

    • Es ist wohl eine Infrarot-Kamera mit Tiefenerkennung. Von der Intel Webseite: Intel® RealSense™ 3D Camera elevates user interface to futuristic levels by sensing depth and tracking human motion.

      Devices with Intel® RealSense™ 3D Camera have three lenses: a conventional camera, an infrared camera, and an infrared laser projector. Together, the three lenses allow the device to infer depth by detecting infrared light that has bounced back from objects in front of it. This visual data, taken in combination with Intel® RealSense™ motion-tracking software, create a touch-free interface that responds to hand, arm, and head motions as well as facial expressions.

      • das garstige Glashaus

        Eine normale Webcam bietet keine Lebenderkennung, die Intel RealSense 3D will dies ja angeblich können, wenn ich es recht verstanden habe.

  • Pingback: Microsoft Product Launch @ K.47 in Wien

  • Pingback: HowTo: Kinect 2 für Windows Hello nutzen | WindowsBlog.at

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