Windows 10 Home und die Updates

Viele Fragen rund um Windows 10 Home und die automatischen Updates, die in dieser Version nicht abselektiert werden können. Die meisten geäußerten Befürchtungen sind aber eher grundlos. Für die allermeisten Endanwender, die Updates ohnehin schon bisher automatisch einspielen, ist das keine wirkliche Änderung. Updates werden eingespielt, dazu sind sie da. Selbst Business User bzw. Administratoren wissen, dass sie Sicherheitsupdates schon „immer“ einspielen mussten, denn für ein nicht aktuelles System gab es keinen Support.

Ich möchte hier einige der Fragen beleuchten (Fragen aus dem Netz):

Warum diese Art von Updates?

Der Enduser soll immer ein aktuelles, „frisches“, sicheres, schönes Windows haben. Ohne weiteres zutun.

Einfach mal die letzten Jahre Revue passieren lassen. Updates sind verfügbar, werden aber nicht eingespielt. Irgendwie Impfgegner, übrigens auch sehr ähnliche Argumentation. Dazu die Komplexität, wenn jedes System unterschiedliche Patchstände aufweist. Im Mobilfunkbereich noch schlimmer, wenn man ohne das Gerät zu Rooten den Patch gar nicht bekommt. Also… das hat nicht wirklich funktioniert. Es gibt eine Vielzahl weiterer Gründe u.a. Fragmentierung (…)

Es waere eine Kleinigkeit fuer Microsoft, einfach eine Messagbox mit „Willst du updaten, ja/nein“ einzubauen. Damit bliebe die Kontrolle beim User.

Emotional stimme ich dem zu, man möchte hier den vermeintlichen Kontrollverlust nicht. Aber: ist Anwender wirklich in der Lage zu beurteilen, ob ein Sicherheitsupdate nun gut oder schlecht ist? Selbst bei Open Source wäre das nicht der Fall, alleine schon aus zeitlichen Gründen. Die, die das professionell machen, sind zum Beispiel Bösewichte (und Geheimdienste), die Patches genau anschauen, feststellen was sie gefixt haben und dann verwundbare Geräte attackieren, die den Patch noch nicht haben. Deswegen gibt es nicht nur die „Zwangsupdates“ sondern auch den Patchday.

Das Update kommt gerade wenn ich einen Brief schreibe und dann ist der Brief weg. Oder ich muss schnell weg,… (Oder so ähnlich).

Äh… nein, Du hast mehrere Tage Zeit.

update_verzögern

Das Bild ist vom heutigen „Zwangsupdate“:

Wenn ich um 3:30 (oder wann auch immer das System festgestellt habe, dass ich nicht mehr sehr reaktiv bin) immer noch zocke oder sonst etwas Wichtiges tue, dann kann ich offenbar mehrere Tage (!) verzögern.

Sollte ich jetzt wirklich ängstlich sein, dass dieses Update möglicherweise „böse“ ist, dann kann ich ja immer noch einen Tag oder zwei warten und schauen, wie die Reaktion im Netz ist.

Wie ist das bei Roaming? Das wird teuer…

Teuer wird es nur dann, wenn die Sicherheitslücke nicht gepatcht ist und man dadurch Probleme hat. Aber sonst versucht Windows 10 inkl. Windows Update bei Roaming und „getakteten Verbindungen“, also über mobile Datenverbindung, den Traffic gering zu halten. Die Erkennung, ob es sich um eine getaktete Verbindung (z.B. über Tethering) handelt, erfolgt automatisch, kann aber in den jeweiligen Adaptereinstellungen auch angepasst werden.

Getaktete Verbindung

Betrifft übrigens auch Outlook, auch da wird bei getakteten Verbindungen erst nach Klick synchronisiert.

Dann spielt mir Microsoft den NSA-Trojaner ein!

Klassiker. Wenn Du diese Befürchtung hast, dann wäre meine Gegenfrage: und das macht Microsoft über ein Windows Update, das man bisher abwählen konnte? Alles klar, … bitte die Medikamentendosis erhöhen oder erniedrigen, aber die Dosis ist falsch. Wenn man (aus welchen Gründen auch immer) so wenig Vertrauen in Microsoft hat, dann ist die Konsequenz nicht, die Sicherheitsupdates auszuschalten. Das ist so… weird.

Ich mache tagelange Renderjobs.

Gut so, ich habe meinen PC auch gerade einen Tag laufen gehabt, damit ich die vielen GB von OneDrive wieder synchronisiert habe. So Fälle gibt’s immer wieder, ich ändere da allerdings keine Einstellungen am System, sondern – persönlicher Tipp – nehme das Tool DontSleep. Hat mich noch nie enttäuscht.

Weitere Fragen?

7 Kommentare

  • Pingback: Anonymous

  • das garstige Glashaus

    Es hieß mit W10 gäbe es regelmäßig Funktionsupdates. Keine neue Windowsversion mehr, da immer alles neu per Update kommen soll, Windows as a service eben. Nun kann man kostenlos upgraden oder sich einmal die DSP oder Box kaufen und hätte in der Theorie die nächsten 100 Jahre ein aktuelles Windows (Windows in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf).

    Nur glaubt kein Mensch, daß Microsoft eh erst alles verschenkt und dann auch noch auf ewig es mit Funktionsupdates versorgt. Also wie schaut der Plan aus? Wann ist schluß mit neuen Updates, gibt es doch irgendwann ein Windows 11 oder kommt Microsoft eines Tages an (wenn alle kostenlos auf Windows 10 aktualisiert haben) und sagt von nun an ist Windows 10 ein Service und kostet eine jährliche Gebühr? There is no free lunch, deshalb verstehe ich nicht ganz, worauf Microsoft auf lange Sicht hinaus will?!

    • Ah, die Frage verdient eigentlich einen eigenen Artikel und zwar mit dem Namen „Das Geschäftsmodell von WIndows 10 und warum es gratis ist“.

      Aber hier schon mal einige Antworten darauf. Es ist gar nicht gratis.
      Windows 10 ist keine Änderung des Geschäftsmodells. Nach wie vor zahlt man für OEM Lizenzen (Vorinstallationen) oder für Volumenslizenzen. Hier bleibt eigentlich alles beim alten,…

      Eine Änderung gibt es nur im ersten Jahr: Da verlangt man keine Upgradegebühr wie früher, sondern will möglichst schnell auf möglichst viele Geräte kommen. Würde Windows 10 für den Heimanwender auch nur 5 EUR kosten, dann erreicht man sicher keine Millarde Geräte in den ersten 2-3 Jahren,… die Zeit, wo man beim Heimanwender (der ja schon sensibel ist, wenn eine App 0,99 EUR kostet) mal eben 150 EUR für eine Upgrade-Lizenz verlangen kann, sind vorbei.

      Stichwort 1 Milliarde Geräte: Wird Windows 10 ein Erfolg, dann verdient Microsoft mit den Services wie Office 365, dem Store und x anderen Premium Services mehr, als wenn man eine „popelige Upgradegebühr“ verlangen würde. Außerdem zieht das wieder Entwickler an, die bessere Apps machen, …

      Kleiner Hinweis: Vor allem Mittelstandskunden (und größer) werden das Gratis-Update gar nicht so sehr in Anspruch nehmen, sondern die Volumenslizenz beziehen. Hintergrund: Das Gratisupdate ist eine „Einzelversion“, bei Volumenslizenzen hat man Rechte wie z.B. Reimaging. Und das ist dann doch eher der Grund, die Volumenslizenz zu nehmen.

      Zu deinem DSP/FPP Beispiel: Ja, kannst Du genau so machen. Eine Prognose über 100 Jahre würde ich mich nicht machen trauen, aber sonst… ja. Und Microsoft wird schauen, dass sie Dir statt einmal 100 EUR alle 5-6 Jahre für eine DSP Version lieber 40 EUR jährlich über irgendwelche zusätzlichen Services verkaufen. Da mal ein Spiel, da mal ein Office (…), Aber eben nicht über das OS.

      • das garstige Glashaus

        Ja, mach das, ein Artikel zu dem Thema wäre gut. Deine Antwort ist schon fast zu schade um nur in den Kommentaren zu stehen. Leider ist nämlich alles sehr nebulös wie Microsoft sich die Zukunft vorstellt. Es gibt da aber auch noch andere offene Fragen. Besonders „dringlich“: Es hieß vorab man kann nach dem kostenlosen Upgrade auf W10 ein clean install machen. Nehmen wir mal an heute wäre der 29. Juli und man hätte soeben ein Upgrade gemacht und oh Schreck oh Schreck man hat sich einen Crypto Trojaner eingefangen und Windows muß neu aufgesetzt werden. ESD2ISO geht nicht mehr, weil man von seiner Windows Installation komplett ausgesperrt ist. Wo bekommt man die Installationsdatei für den Clean Install her und welchen Key nutzt man? Werden upgradeberechtigte W7/8.x Keys von W10 akzeptiert?

  • Ich denke die Dateien kommen aus derselben Ecke wie jetzt = win8downloadtool. Und der Key wird (für mich) hoffentlich mit dem User Account verknüpft oder/und mit dem Rechner abgeglichen. Ich denke nicht das es ein komplizierter Behördenweg werden wird.

  • „Key wird (…) hoffentlich mit dem User Account verknüpft“
    Das kann nicht sein, ich kann ja die Installation und die Aktivierung auch ohne MS Account durchführen. Bei mir heisst der (lokale) Benutzeraccount z.B. immer Benutzer / user / o.ä.

  • Pingback: FAQ: Windows 10 und Windows Update bei mobilen Verbindungen | WindowsBlog.at

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