(Real-)Satire: EU klagt wegen Windows 7 WordPad

Die Kommission vermutet, dass der weltgrößte Softwarekonzern mit seinen Geschäftspraktiken seine marktbeherrschende Stellung zum Schaden von Verbrauchern und Konkurrenten ausnutzt. Die EU-Kommission teilte am Freitagabend in Brüssel mit, sie habe ein neues Missbrauchsverfahren gegen das Unternehmen wegen der Bündelung des Textprozessors WordPad mit dem PC-Betriebssystem Windows 7 eröffnet.

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Dazu Sun Chef Scott McNealy “I am going to fu**ing kill Uncle Fester!” Grund für die emotionale Aussage dürfte die Fähigkeit von WordPad sein, das OpenOffice Format lesen und schreiben zu können. Damit fürchtet SUN weniger Supportverträge für den Office 2000 Clone StarOffice verkaufen zu können (Anmerkung: wenn man für OpenOffice Support will, muss man das kostenpflichtige StarOffice kaufen). Weiters hat SUN hat gemeinsam mit IBM versucht über die OASIS Organisation und weitere Standardisierungsgremien das OpenOffice Format als verpflichtendes Format für öffentliche Stellen (Ausschreibungen, etc,..) zu verankern und so den lästigen Konkurrenten Microsoft auszustechen. Mit der Veröffentlichung von WordPad scheint dieser Plan nun fehlgeschlagen.

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Ähnliche Befürchtungen dürfte auch IBM hegen (OpenOffice 1 Ableger „Symphony”). Aber auch Microsoft intern regt sich Widerstand gegen das neue Wordpad, das ein Mitglied des Office Teams, das anonym bleiben möchte: “Ja, wie sollen wir denn da noch Office 2007 verkaufen, wenn WordPad schon mehr kann, als Word. Und auch Excel wird Markanteile abgeben müssen, der neue Taschenrechner ist einfach zu gut!”

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Die Hersteller von MathLab und SPSS haben auf diese Bedrohung noch nicht reagiert. Auch Adobe sieht sich durch Paint noch nicht gefährdet.

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Dennoch: Weitere Klagen könnten Microsoft schon bald zugestellt werden: Weitere Klagsgründe für EU-Kommission gesucht!


Ok, sorry für obenstehendes, mir war gerade danach. Es geht nicht um WordPad, vielmehr richten sich die erneuten Vorwürfe der Kommission gegen das Mitliefern des Internet Explorers in Windows (deja vu) und die dadurch angeblich entstehende Benachteiligung von Mitbewerbern. Das ist zwar ok, bei Apple und jedem anderen, aber ganz, ganz, ganz böse, wenn es Microsoft macht.

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Microsoft-droht-neues-EU-Bussgeld-Bruessel-eroeffnet-Verfahren–/meldung/121865

Beschwert hat sich sich demnach Opera – schlicht weil sie keinen Erfolg haben. If you can’t beat them, sue them.

Mich würde interessieren: warum hat Firefox kein Problem, Opera aber schon?

Und wieso ist die EU Kommission nicht in der Lage einen Katalog vorzulegen, was Microsoft denn nun darf oder nicht darf? Hinterher zu sagen, was alles nicht sein darf, und mal eben ein paar hundert Millionen zu kassieren, hinterlässt einen eigenartigen Nachgeschmack. Wohlgemerkt: es geht hier nicht um unsaubere Geschäftspraktiken, sondern schlicht, dass Microsoft in Windows ein Programm mitliefert – das ist alles!

Laut NetApplications sieht die Browserverteilung derzeit so aus:

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Quelle: http://marketshare.hitslink.com/browser-market-share.aspx?qprid=0

Übrigens… auf vistablog.at (dem man ja nachsagen könnte, dass eine gewisse Pro-Microsoft-Tendenz von den Themen her gegeben ist) sieht es im laufenden Monat so aus:

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Sieht so ein Monopol aus? Wurde hier so stark der Wettbewerb behindert? Muss Opera demnächst auch die Mozilla Foundation klagen?

Muss Microsoft nun gezwungen werden, von ein paar Millionen Rechnern den IE zu löschen, solange bis Opera auf einen Marktanteil von x % kommt? Ist das Marktwirtschaft? Erfolg zu verbieten?

Nein, liebe EU Kommission, auch als Pro-Europäer kann ich persönlich dem erneuten Vorgehen gegen Microsoft in diesem Punkt nichts abgewinnen, ganz im Gegenteil, es kommt doch der Verdacht auf, dass es sich hier um einen Fall von Budgetsanierung handelt. Oder Piraterie.

Oder, dass sich die sich die EU Kommission von bestimmten Lobbying-Verbänden wie dem ECIS (Mitglieder sind z.B. Adobe, Corel, IBM, Linspire, Nokia, Opera, Oracle, RealNetworks, Red Hat und Sun) missbrauchen lässt. Ist das Wort “widerlich” hier angebracht?

Disclaimer: Bei eher heiklen Themen, die zudem noch hochpolitisch sind, möchte ich nur nochmal herausstreichen: ich bin kein Mitarbeiter von Microsoft, das ist meine ganz persönliche Meinung, nicht die Meinung von Microsoft oder Microsoft Österreich.

Das offizielle Statement von Microsoft dazu: “We are committed to conducting our business in full compliance with European law.

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