Guten Rutsch!

Ein schönes Jahr 2008 geht zu Ende, allerdings etwas beeinträchtigt (alle Kinder verkühlt, Silversterparty statt mit Freunden eher im Bett), mein Handy spinnt und mein geliebter TabletPC ist mir gestern eingegangen (kein Boot-Screen,… einfach tot). Na immerhin habe ich keinen Zune 30GB 😉

Freuen wir uns also auf ein krisenfreies Jahr 2009. Na ein bisserl Optimismus darf man ja versprühen 🙂 Zumindest was den Windows Client betrifft, sollte uns ja 2009 Neuigkeiten bringen, die offizielle Beta mal ziemlich sicher, und wer weiß, vielleicht ja sogar mehr.

In diesem Sinne missbrauche ich jetzt den Bootscreen von Windows 7 für den Neu-Jahrs-Glückwünsch:

Video: Windows 7 Bootscreen

Wir lesen uns 2009 wieder!

Sicherheitsportal "Protect Portal"

Mit dem “Protect Portal” hat Microsoft Österreich eine Informationsseite zum Bereich Sicherheit, die sich direkt an Endanwender richtet.

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Vielleicht gerade jetzt passend (neuer Weihnachts-PC) um die drei Haupt-Themenbereiche etwas image23_01b6137d-96fe-41e5-8e11-a3bd4a79f195näher zu betrachten:

  • Wie schütze ich meinen Computer?
  • Wie schütze ich mich selbst?
  • Wie schütze ich meine Familie?

Wie schütze ich meinen Computer?

Wie schütze ich mich selbst?

  • image78_63287aba-f6ab-472b-a6a5-5be258ff2ba2Tipps zum Online-Shopping
  • Sichere Passwörter erstellen
  • Wie schütze ich mich vor Phishing-Betrug?

Wie schütze ich meine Familie?

  • Tipps zu altersabhängiger Internetnutzung meiner Kinder, welche Regeln im Umgang mit dem Internet/Computer sinnvoll sind.
  • Orientierung zur richtigen Internetnutzung, sprich: wie spreche ich mit meinen Kindern über ihr Surfverhalten und welche Regeln lege ich fest (Familienabkommen) das ist denke ich ein ganz guter Anhaltspunkt für Eltern, die nicht so online-affin sind wie ihre Kids.
  • Anleitung: Jugendschutzeinstellungen von Vista (Surf- & Computernutzzeiten festlegen, Programme & Internetseiten erlauben/sperren …). Siehe auch auf Vistablog.at: How-To: Jugendschutz-Einstellungen.

sicherheitzuHause_nl_abonnieren_a40adb32-b7c7-43c8-aff9-f8340fa4e05fZum Protect Portal: www.microsoft.com/austria/protect

Zusätzliche Inhalte:

Klar, für die meisten Leser hier am Blog, wird das alles “eh klar” sein, aber vielleicht eignet sich die Seite zum weiterleiten an jene Personen, die es brauchen können 😉

Persönliche Erfahrung:
Meine Kinder sind noch zu klein für PCs. Oder die PCs nicht robust genug, je nachdem wie man das sieht. Derzeit dürfen sie am Abend (nach dem Aufräumen, Baden, Zähneputzen)entweder das in Vista inkludierte und super geeignete “Purble Place” oder “Oscar entdeckt den Bauernhof” (c’t Sonderheft 1/09) mit mir spielen. Bin aber auch schon gespannt, wie wir das dann später lösen,…

PowerPoint 2007: SlideShare PowerPoint Ribbon

SlideShare logo

SlideShare, eine der populärsten Präsentations-Share-Social-Network-Plattformen im Web, hat einen eigenen Ribbon für PowerPoint veröffentlicht.

Damit kann man direkt aus PowerPoint heraus die ganzen Funktionen von SlideShare nutzen – ohne dass man dazu PowerPoint verlassen muss.

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Hier das ganze in einem Demo:

SlideShare | View | Upload your own

Erfahrungsbericht:
Nun, ich habe SlideShare bisher gar nicht genutzt, meistens stelle ich meine Präsentationen einfach auf Skydrive um sie an Kunden/Partner/Interessierte zu verteilen (25 GB,… da gehen sich einige Präsentationen aus).

Wichtig: man braucht dafür das .NET Framework 3.5 SP1, das muss man vorab von hier installieren. Sonstige Voraussetzungen: PowerPoint 2007 auf XP oder später.

Nicht so toll: PPTX Files werden umgewandelt in PPT, und zuerst dachte ich, dass der Upload gar nicht funktioniert – es braucht nämlich etwas, bis die Präsentation in Flash umgerechnet ist. Dabei habe ich bemerkt, dass es bei meinem Test (siehe unten) teilweise zu kleinen Verzerrungen gekommen ist.

Mein erster Versuch:

Windows 7 – Preview & Roadmap

View SlideShare presentation or Upload your own.

Mehr Info:

Quelle: Percipio – John C. Stame’s Blog via Rolfgeneratedcontent.com

HowTo: Schneller Schnellstart

Kurze Umfrage in meiner Umgebung hat ergeben, dass folgende Funktionen eher unbekannt sind. Aber praktisch. Es geht darum, wie man bestimmte Programme NOCH schneller starten kann, als über das Startmenü-Suchfeld. Und zwar – wie könnte es anders sein – über Tastaturkürzel.

Windows Taste + Zahl öffnet das entsprechende Programm der Schnellstartleiste:

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Anwendungsbeispiel: Snipping Tool ist bei mir Symbol Nr. 6. Also Win+6 drücken,…

Für Office ist der Weg ähnlich. Allerdings mit der Alt-Taste und nicht gleichzeitig, sondern hintereinander, also z.B. ALT und danach 1

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Anwendungsbeispiel: damit kann ich bei mir mit Alt, 4 sofort aus einem Word Dokument ein PDF eMail-Attachement machen.

Windows 7 Beta geleaked

Da konnte sich wohl einer der Beta Kunden nicht zurück halten und hat die Beta ins Netz gestellt. Gut, es gibt schlimmeres, aber komisch ist es doch, wenn die Partnerschaft mit Microsoft (und die dazugehörigen Verträge) so mit Füßen getreten werden. 

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann war der erste Hinweis bei Neowin im Forum zu lesen, MyDigital Life dürften dann auch recht früh dran gewesen sein, darüber zu berichten. Und auch ZDnet konnte der Versuchung nicht widerstehen, sich Windows 7 per Torrent zu holen. Viele weitere folgten.Nun, ich verstehs ja 😉 Dabei handelt es sich um die englischen 32-Bit Version mit der Build Nummer 6.1.7000.0.081212-1400 mit einer Größe von 2,44 GB.

Derjenige, der vermutlich für den Leak verantwortlich ist (hat die ersten Screenshots gepostet), hätte laut eigener Aussage auch die x64.

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Adrian Kingsley-Hughes von ZDNet hat folgendes über den Build zu sagen:

This beta is of excellent quality. This is the kind of code that you could roll out and live with. Even the pre-betas were solid, but finally this beta feels like it’s “done.” This beta exceeds the quality of any other Microsoft OS beta that I’ve handled.

Und über die Performance:

Performance of this beta is exceptional. I’ve not had a chance to benchmark it yet but it feels snappier and more responsive than earlier betas I’ve handled.

Das schöne daran: man erinnere sich an die Enttäuschung vieler Tester bei der Vista Beta. Und an die Perfomance der Beta 1 von Vista. Windows 7 dürfte hier vieles besser machen. Paul Thurrotts ist etwas vorsichtiger, aber prinzipiell auch positiv.

Reviews:

Übrigens … kleine Randnotiz. Bei Microsoft ist man nicht sonderlich erfreut. Nun vielleicht ist das Marketing happy über die ganze extra Berichterstattung, aber der gewöhnliche Microsoftangestellte ist … verwundert. Allerdings nicht über den Umstand, dass die Beta im Internet auftaucht, sondern dass offenbar externe Firmen früher Zugriff auf Windows 7 bekommen, als der normalsterbliche Nicht-Windows-Product-Group-Mitarbeiter.

Zweite Randnotiz: so “fertig” der Build wirkt, an manchen Stellen, wie z.B. der Hilfe tauchen noch der Name Vista auf. Ich poste diesen Screenshot für all jene, die glauben ein neues OS nach ein paar Screenshots bewerten zu können. “Boa ey, das sieht ja aus wie von KDE4,….” bzw. in diesem Fall: “Hey, ich hab’s gewusst, es IST VISTA SE! 😉

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Ok, genug der Worte, kommen wir zum Wichtigsten, dem Download Link.

Download: Windows 7 Beta ISO

😉

Frohe Weihnachten!

So, morgen kommt das Christkind, endlich auch etwas Zeit für die Familie,… ich freu mich schon drauf und wünsche allen Lesern von VistaBlog.at, allen PCs, Macs, –nixen, BSDs, … bzw. deren User ein schönes, erholsames Weihnachtsfest.

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Vistablog.at macht übrigens nur bedingt Feiertage, den einen oder anderen Artikel wirds schon noch dieses Jahr geben:)

By the way: Das Weihnachtsbild ist mein Alter Ego aus Xbox Live, kann man sich selbst machen (Quelle: xboxblog.at). Gut, vielleicht jetzt nicht so der Oberhammer. Aber wenigstens fürchtet man sich da nicht. Was ich vom PTS Team Weihnachtsgruß nicht gerade behaupten kann. Würde ich die Jungs nicht kennen, dann hätte ich Angst. Große Angst! Siehe: PTS Team

Nützliche Vista Sidebar Gadgets

Gastbeitrag von Windowsblog.at Community Mitglied Michael Schäfer:

Es gibt Gadgets, die gibt es einfach. Und es gibt solche, die muss man unbedingt haben, weil sie einfach nur nützlich sind. Leider bietet die Windows Vista Sidebar Gadget Gallery (zumindest für DE) keine gute Auswahl. Außer Suchmaschinen und News-Gadgets wird dort nichts Sinnvolles angeboten, was für den täglichen PC-Gebrauch wirklich nützlich ist.
Die richtig guten Gadgets findet man woanders: auf externen Blogs! Eines davon wird von Orbmu2k betrieben. VistaBlog.at hat bereits schon Gadgets von dort vorgestellt – es gibt aber noch weitaus mehr!
Hier eine Top-5 Liste:

CPU-Auslastung: Dual/Quad-Core Usage

Eine sehr gute Alternative zum Standard CPU-Gadget, das von Haus aus ausgeliefert wird, ist das Core-Usage Gadget. Es zeigt die CPU-Auslastung von bis zu 4 Kernen an und zeigt dies als Balken, Diagramm und Prozent-Zahl an. Wer ein zusätzliches Programm installiert (Speedfan, Everest, CoreTemp oder HWMonTray) kann zusätzlich noch die Core-Temperatur anzeigen lassen.
Mehr Infos und den Download gibt es hier!

Arbeitsspeicher-Verbrauch: Mem Usage

Hier wird der Verbrauch angezeigt, sowohl vom physikalischen Speicher als auch von der Auslagerungsdatei (wie im Task-Manager). Die Anzeige erfolgt wieder per Balken, Zahl (GB), Prozent-Satz und als Diagramm. Den Hintergrund sowie die Diagramm-Darstellung kann man anpassen.
Mehr Infos und den Download gibt es hier!

Netzwerk-Aktivität: Network Traffic

Ein sehr nützliches Gadget, um die Netzwerk-Aktivität anzeigen zu lassen. Es zeigt die aktuelle Geschwindigkeit (Up- und Download) in KB/s und umgerechnet in MBit an. Ausserdem wird der Verlauf noch im Diagramm dargestellt. Es können alle netzwerkfähigen Geräte (auch Bluetooth) angezeigt werden (leider nur 1 pro Gadget). Über die Einstellungen lässt sich das Gadget wieder an seinen eigenen Wünschen einstellen.
Mehr Infos und den Download gibt es hier!

Grafikkarten-Temperatur: NVIDIA GPU Temp

Dieses Gadget finde ich besonders hilfreich, da meine GeForce 8800 GT (obwohl in der 2. Version) dazu neigt, etwas wärmer zu werden. Dieses Gadget zeigt sowohl die GPU- als auch die PCB (Printed Circuit Board -> Platine) Temperatur in Grad an. Leider wird nicht, wie bei den anderen Gadgets, ein Verlauf im Diagramm angezeigt. Dieses Programm nutzt die freigegebene API von nTune.
Mehr Infos und den Download gibt es hier!

Lautstärkenregelung: Volume Control Reloaded

Wer den Lautstärke-Mixer von Vista umständlich findet, ist mit dem Gadget bestens bedient. Es zeigt auch nur die Hauptlautstärke an, durch Klick auf den Graph regelt man die Lautstärke (sofern kein Rad am Keyboard vorhanden ist) und per Klick auf den Lautstärker stellt man auf Stumm. In einem kleinen Equalizer wird die Lautstärke bei der Wiedergabe angezeigt. Außerdem lässen sich für ein 5.1 System diverse Profile einrichten, mit dem man die einzelnen Lautsprecher regelt.
Mehr Infos und den Download gibt es hier!

Zusätzlich, zu den 5 bereits erwähnten Gadgets, habe ich noch die Diashow und 2 Wetter-Gadgets (für 2 Städte) in meiner Sidebar. Als Uhr verwende ich nicht die Standard-Uhr, sondern auch wieder ein extra Gadget: Vista Clock Platin.
Die RAM-Auslastung bei den 9 Gadgets in der Sidebar liegt bei satten 51 MB! Seltsam ist auch, dass für die Orb2K-Gadgets eine 2. Instanz von der Sidebar geöffnet wird. Schließt man diese über den Task-Manager, schließen sich nur diese Gadgets (auch die Uhr), der Rest bleibt offen. Es scheint so, dass alle Gadgets, die nicht von Haus aus ausgeliefert wurden, extra gehandelt werden – wieso auch immer.
Welche benutzt Ihr noch so? Habt Ihr auch tolle Gadget, die man unbedingt haben muss?

Immer wieder lustig

Wer sieht einen Zusammenhang?

Markus schreibt am 21. Dez 2008 17:34:

“In einem Microsoft-Fanforum erwarte ich mir keine anderen Meinungen, aber ich pfeife auf übertriebene Sicherheitsmaßnahmen, die die Nutzbarkeit oder Systemleistung einschränken. Ich habe meinen Computer unter Kontrolle, und sofort wie ich erfahren habe, wie man diese Sicherheitsabfragen abstelle kann, habe ich das gemacht.”

Markus schreibt  21. Dez 2008 17:48:

“…gelegentlich habe ich mir auch so lustige „Hijacker“ bzw. Spyware eingefangen, die aus dem Nichts in den IE gekommen ist, und die man dann mühsam entfernen konnte.”

Ohne weiteren Kommentar.

Geschichtsstunde: Die Longhorn Story

Unlängst bin ich über folgendes Video gestolpert:

“Geil”, oder. Doch typischer Fall von “war wohl nichts”.

In der Windows Live Group – windowsblog.at haben wir kurz darüber diskutiert, dabei sind ein paar Fragen/Statements aufgetaucht:

  • “Was ist aus all dem geworden?“
  • “Gibt es den PDC Build von 2003 irgendwo zum selbst installieren oder ist das alles verschwunden?“
  • “Und letztendlich kam’s ja doch 2007 raus”

Nun, der Reihe nach. Was ich hier übrigens schreibe, ist keineswegs “geheim”, sondern lässt sich recht schnell nachrecherchieren…

Longhorn: 2001 bis 2004
Nachdem XP veröffentlicht waren, ging es nun daran einen Nachfolger zum Anfangs sehr ungeliebten Windows XP zu bauen. Nicht zu vergessen: XP war ja eigentlich eher ein Zwischenrelease,…  Dazwischen gekommen sind andere Prioritäten: z.B. XP fixen. Das Service Pack 2 war extrem wichtig, und immer wieder hört man, dass Microsoft überlegt haben soll, das als eigenständiges Produkt zu veröffentlichen (XP R2). Beachtlich: es wurde ein Gratis-Update. Weiters kamen währende der Entwicklung auch noch andere Produkte, Technologien oder Konzepte dazwischen. Beispielsweise der Server 2003, das .net Framework und diverse andere Ideen (NGSCB, Trustworthy Computing Campain, SDL…).

Die Pläne für Longhorn waren sehr ehrgeizig:
Aufbauend auf dem Code von XP sollte Longhorn mehr oder minder komplett in managed code geschrieben werden, die Oberfläche sollte vektorbasierend sein (Avalon), das Dateisystem sollte neu sein (WinFS), Win32 durch WinFX ersetzt werden,…

Longhorn: Der Code Reset August 2004
So hochtrabend die Pläne waren,.. so verfahren war die Entwicklung. Es mag viele Gründe dafür geben (Managementfehler wohl hauptsächlich), jedenfalls war die Entwicklung von Longhorn in jeglicher Hinsicht in einer Sackgasse. Bruchstücke, wie dramatisch das ganze war, sind ja Jahre später auch an die Öffentlichkeit gedrungen, z.B. die Mail von Jim Allchin (“’I would buy a Mac if I didn’t work for Microsoft”). Etwas das Microsoft schon mal passiert ist, Stichwort: “Cairo”. Auch da hat man viele Arbeitsjahre in etwas gesteckt, das so nie veröffentlicht wurde, wenngleich (fast ident wie 10 Jahre später mit Longhorn) vieles davon später in verschiedenen Produkten wieder aufgetaucht ist. Eine Mischung aus Vaporware, Vision und Technologie.

Microsoft hat in diesem Moment das einzige Richtige getan: zurück an den Start. “Code Reset” ist ein etwas euphemistischer Ausdruck dafür gewesen, man hat einfach wirklich nochmal begonnen. Wobei der Start der Server 2003 Build 3790 gewesen sein dürfte.

Longhorn: Aus dem Rindviech wurde Windows Vista
Was hat Vista mit Longhorn gemeinsam? Nun… gar nix? Es ist dann nur der Codename übernommen worden, aber das ursprüngliche “Longhorn” hat mit dem späteren Vista-“Longhorn” wenig gemeinsam. Ganz so stimmt das natürlich nicht, so manche Technologie stammt aus dem Ur-Longhorn. Man findet hin und wieder Hinweise darauf, so dürfte z.B. das in Vista enthalte Backuptool wbadmin (und damit vermutlich ein Großteil der Imagingtechnologie) aus der Pre-Code-Reset Zeit stammen:

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Ab dem “Code Reset” ging es ziemlich flott voran, man wusste nun, was in welcher Zeit machbar war und konnte so ein eigentlich sehr gutes Produkt herstellen. Einzig – das PR Desaster, denn Vista wurde immer mit den Plänen von Longhorn verglichen. Was es aber nicht war,… und etwas unglückliche Kommunikation z.B. zu WinFS hat die Situation auch nicht verbessert.

Damit können nun die eingangs gestellten Fragen beantwortet werden:

“Was ist aus all dem geworden?“
Wie erwähnt, das ursprüngliche “Longhorn” ist gekübelt worden. Der Code schlummert wohl nun in einem atombombensicheren Bunker tief unter der Area 52,… dennoch waren die Jahre nicht umsonst, man hat halt experimentiert und viele Technologien, die für das ursprüngliche Longhorn geplant waren, sind mittlerweile in den verschiedensten Produkten enthalten. WinFS ist in (teilweise) in SQL Server 2008 drin, Avalon ist als WPF gemeinsam mit anderen .net Technologien im .net Framework – auch für XP rückportiert, die Fotoanwendung kennen wir heute unter dem Namen Windows Live Foto Galerie, das Imaging System hat es in Vista geschafft,… und einige Dinge, die ursprünglich für Longhorn angedacht wurden, wird es voraussichtlich mit Windows 7 geben, z.B. die Homegroups (Longhorn: Castles) oder Device Stage, hier aus dem Longhorn Video bei 1:55:

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Und hier die Ansicht aus Windows 7. Vielleicht nicht so bunt, von allen angeschlossenen Geräten (links) auf einen Blick alle Funktionen (Beispiel Mobiltelefon rechts):

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Oder auch die Suche, über die Grenzen des lokalen Geräts hinweg: Windows 7: Suche

Aber, auch das muss man nochmal deutlich sagen: das Longhorn, das im Video gezeigt wurde, war ein Mock-Up, das hat es so nie gegeben. Solche Videos sind nicht unüblich, normalerweise wird nur was draus… irgendwann. Siehe auch das Video hier von Microsoft Research.

“Gibt es den PDC Build von 2003 irgendwo zum selbst installieren oder ist das alles verschwunden?“
Offiziell hat es nie einen Download gegeben, es wurden nur diverse Builds geleaked und in Tauschbörsen verteilt, darunter auch der Build 4051 von der PDC 2003. Sprich: legal war und ist es nicht zu bekommen.

Die Frage ist aber eher: will man sich einen Download überhaupt antun? Das Ur-Longhorn ist ja deswegen eingestellt worden, weil es … crappy war, die Performance unterm Hund war und Stabilität auch eher weiter unten auf der Prioritätenliste stand.

Dennoch haben sich ein paar Enthusiasten zusammengetan und wollten – rechtlich in keiner Grauzone sondern ziemlich eindeutig – mit “Longhorn Reloaded” aus einem der stabileren Builds (4074) ein fertiges “Produkt” zimmern. Die Anfänge dieses Projekts lassen sich immer noch bei JoeJoe.org nachlesen. Das Ende auch.

Hier noch ein paar Aussagen, die ich immer wieder höre,… und die trotzdem falsch sind (meiner Meinung nach):

“Vista ist komplett neu entwickelt, darum so sicher,…”
Höre ich öfters von Microsoft Mitarbeitern. Trotzdem nicht richtig. Natürlich werden immer wieder Komponenten neu geschrieben, aber nicht “alles” und schon gar nicht komplett. “If it’s not broken, don’t fix it,…”.

“Microsoft sollte endlich mal den Kernel entschlacken und neu beginnen,…”
Nun, das kommt meistens von Personen, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie die technischen Skills haben, das auch zu bewerten (ok, ich hätte auch kurz “Forentroll” sagen können). Ich hab sie auch nicht, deswegen halte ich mich eher an Personen, die tatsächlich den Windows Kernel verstehen – und von denen hört man, dass der Kernel eigentlich ziemlich gut war/ist. Und besser wird (MinWin in Windows 7 bzw. Server 2008 R2). Wenn man die Zeit hat, dann sollte man sich mal dieses Video ansehen: Mark Russinovich: Inside Windows 7.

“Vista hat 6 Jahre Entwicklungszeit”
Nein. Eher maximal 2 Jahre, denn von August 2004 (“Code Reset”) bis zum Release im November 2006 sind’s nun mal keine 6 Jahre. Dennoch: die Erfahrungen der 4 Jahre “Ur-Longhorn” konnte man natürlich einfließen lassen.

“Mit der angekündigten Funktion/Technik XY wäre alles viel besser!“
Hör ich oft, doch meistens kann mir niemand wirklich sagen, welchen Vorteil das dann tatsächlich gehabt hätte. Dabei bezweifle ich nicht, dass es technisch toll gewesen wäre, nur den Vorteil haben wir so auch,… lässt sich auf WinFS umlegen, genauso wie andere Themen. Auch eher was für Trolle.

“Microsoft ist nicht innovativ!”
Durch die vielen (geleakten) Previews sowie öffentlichen Präsentationen kann meistens recht gut Einblick genommen werden, woran Microsoft arbeitet. Diese Dinge tauchen dann oft sehr schnell bei anderen Herstellern auf. Zwei Beispiele: die einschnappenden Fenster von Windows 7 sind einfach eine gute Idee – eine Woche nachdem das auf der PDC gezeigt wurde, gibt es schon ein Programm, dass die Funktion nachrüstet, siehe: Windows 7: Snap und Shake it! (Wobei ich ausdrücklich nicht sage, dass es einschnappende Fenster nicht auch schon seit Jahren gibt, sondern nur wie schnell gute Ideen übernommen werden!).

Zweites Beispiel:
Hier ein Preview der Oberfläche von Longhorn (als Technologiedemo) von der PDC 2003 mit wobbelnden Fenstern. Ungefähr 3 Jahre, bevor der Effekt der wobbelnden Fenster dann in Compiz für Linux aufgetaucht ist:

Gerade das ist ein recht witziges Beispiel, da ja die Desktopeffekte als besonders innovativ gelten.

Fazit:
Dem alten Longhorn muss man keine Träne nachweinen, ganz im Gegenteil. Aber ich zitiere hier das Fazit von Ars Technica zu diesem Thema:

“These things—the code reset, the loss of managed code and WinFS—together caused a lot of upset amongst developers and consternation amongst industry-watchers (who felt that Vista was going to be hugely late and be little more than Windows XP with a new skin).[…]Ultimately, though, none of this really matters. Vista is no mere „cosmetic“ upgrade. It’s the most significant Windows release in a decade.”

Genau, und ich freue mich deswegen schon auf “Windows 7”, das diesen Weg weitergehen wird.

Mehr Information:

Bill Gates’ Personal Easter Eggs in 8 Bit BASIC

Easter Eggs in Programmen sind doch immer wieder was nettes und das ist dieser Artikel auf pagetable.com auch. Anekdoten aus der Frühgeschichte,…

If you type “WAIT6502,1? into a Commodore PET with BASIC V2 (1979), it will show the string “MICROSOFT!” at the top left corner of the screen. Legend has it Bill Gates himself inserted this easter egg “after he had had an argument with Commodore founder Jack Tramiel”, “just in case Commodore ever tried to claim that the code wasn’t from Microsoft”.

Zur Nachlese: Bill Gates’ Personal Easter Eggs in 8 Bit BASIC

Und zu Easter Eggs in anderen Programmen: