Das Downgrade Recht

Also eigentlich will ich mich hier ja eher dem Umstieg auf Vista widmen, aber… es gibt halt nach wie vor viele, die Vista nicht wollen und gerne bei XP bleiben wollen.

Und da braucht man natürlich für das Gerät eine XP Lizenz. Immer wieder liest oder hört man etwas in der Richtung:

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Ich bin aus mehreren Gründen schwer beeindruckt, vor allem wegen der Fragestellungen, die dahinterstehen (und die ich wohl anders beantwortet hätte):

  • Wo werden die PCs gekauft? Auch wenn das Preisschild im Supermarkt verlockend ist, kann dort gute Beratung, speziell in einem doch komplexen Feld wie richtige Lizenzierung stattfinden?
  • Wer kauft die PCs? Hat die Firma, speziell wenn sie recht klein ist, einen EDV Beauftragten (IT Leiter,…) der sich nicht nur technisch auskennt, sondern sich auch mit dem kaufmännischen und rechtlichen Teil beim Softwareeinsatz gut auskennt? [Man möge verzeihen, das Binnen-I ist nicht so meines, der Leiter einer Abteilung kann weiblich sein,…]
  • Basiert die technologische Entscheidung gegen Vista auf dem selben “Wissensstand” wie die Lizenzierung?
  • Die grünen Stricherl mögen auch ein Hinweis sein, dass das Wissen um Lizenzen eben nicht so verbreitet ist (obwohl… in den Kommentaren wird von einigen auf das Downgraderecht hingewiesen,…)
  • ABER: Gerade in Zeiten der Finanzkrise finde ich es höchst anständig, wenn man mit gezielten Maßnahmen den Umsatz im Einzelhandel ankurbelt! Danke im Namen aller Steuerzahler (und Microsoft).

Tja, ist einfach so, wenn das Wissen nicht vorhanden ist – was ja keine Schande ist (!!!), solange man nicht Microsoft-Softwarehändler ist – dann muss man eben Expertise zukaufen. Man läßt das Firmenauto auch nicht vom Finanzbuchhalter reparieren, sondern nimmt eine Werkstatt in Anspruch. Größere Firmen mögen eventuell ihren Fuhrpark selbst in Stand halten,… also auch hier: wer’s nicht drauf hat, der MUSS im Firmenumfeld professionelle Dienstleistung in Anspruch nehmen. Nicht nur aus Gründern der IT-Sicherheit, sondern auch aus Kostengründen…

Downgrade Recht:
Darunter versteht man die legale Verwendung einer älteren Produktversion bei Lizenzierung eines Produkts.

Downgrade bei OEM
Windows Vista Business und Ultimate beinhalten in der OEM Version (Vorinstalliert = OEM) das Downgrade Recht auf XP Professional (x64) oder XP TabletPC Edition.

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Ist das neu und nur weil Vista “so schlecht ist”? (so liest man es öfters,…) Nein, natürlich nicht, das Downgraderecht hat es auch schon davor gegeben, so kann man z.B. auch ein XP auf 2000 umstellen:

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Achtung: das schlägt nicht durch, d.h. man kann bei OEM Software nicht zuerst auf XP downgraden und dann auf Windows 2000,… dafür gibt es das auch für Server, so könnte ich meinen SBS 2003 Premium in Backoffice 4.5 umwandeln,… (ähm, ok nicht wirklich sinnvoll).

Mehr Info dazu hier: http://www.microsoft.com/austria/oem/1-4-3-downgrade.mspx

Kein Downgraderecht
Bei Retailprodukten (FPP, das sind die in der Plastikbox) oder bei Home Versionen.

Downgrade bei Volumenslizenzvertrag
Bei Volumenslizenzverträgen gelten andere Regeln, das würde hier den Rahmen sprengen. Dort kann es auch das Recht geben, eine beliebige neuere oder ältere Version einzusetzen, beispielweise mit Software Assurance, dann kann ich, jetzt gekauft, sowohl Windows 7 einsetzen, wenn es herauskommt, oder Windows NT,…

Die praktischen Hürden

  • Ein Installationsdatenträger muss dennoch vorhanden sein. Na, das stellt auch nicht wirklich ein Problem dar (wenn kein XP vorhanden ist, dann hat man ja auch weniger Umstiegshürden, oder?).
  • XP ist 7 Jahre alt. Gerade bei Notebooks werden kaum die SATA Treiber dabei sein. Deswegen sollte man den Installationdatenträger anpassen. Anleitungen finden sich im Netz zu hauf. Alternative: Treiber über Diskette während der Installation einbinden. Tja, XP ist alt, bei Vista kann man Treiber auch über USB oder Netzwerk einbinden, was irgendwie vom Handling her angenehmer ist,…
  • Gibt es XP Treiber? Prinzipiell kann man (noch) jede Maschine mit XP downgraden, die Treibersuche ist aber mitunter schwierig. Hier auch der Unterschied: wenn man Business Maschinen kauft (meist solche mit Vista Business vorinstalliert, wo es dann ja auch das Downgrade Recht gibt) dann stellt der Hersteller (HP, Dell, Lenovo,…) zumeist auch XP Treiber zur Verfügung, manchmal liegt die XP-CD sogar bei. Bei Consumer Laptops (ist erkennbar am spiegelnden Display) ist Sache anders: der Hersteller meint lapidar, dass das Gerät mit Vista ausgeliefert wird, alles andere auf eigene Verantwortung.
    • Tipp1: Vor dem Kauf schauen, ob es für das Gerät XP Treiber gibt.
    • Tipp2: Nach dem Kauf, wenn es der Hersteller des Laptops nicht anbietet, dann gibt es meis immer noch Treiber von den Herstellern der Komponenten (z.B. hat vielleicht Texas Instruments den PCMCIA Controller Chip geliefert,..)
  • Auf neuen Maschinen hat man prinzipiell mehr Treiberprobleme mit XP als mit Vista.

Im konkreten Fall:
Vista Business Maschinen kaufen, XP CD rein, Aktivierungshotline anrufen (sagen “Downgrade”), Key eingeben, fertig.

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