Letzten September war Microsoft ja so nett und hat den Teilnehmern der Windows 8 Konferenz (“BUILD”) ein Geschenk gemacht: einen Slate. Ein wirklich sehr, sehr nettes Device. Nun bekomme ich immer wieder Fragen der Art “Soll ich das kaufen?” Denn es gibt ein sehr ähnliches Modell von Samsung auch in Serie,… in “Series 7” um genauer zu sein.
G. fragt: “Was ist der Unterschied zwischen dem BUILD Developer Slate und dem käuflich erwerbbaren Slate von Samsung"?”
Schauen wir uns mal die Serienhardware an:
- 11,6" HD LED-Display (1.366 x 768) mit Gorilla-Glas & Wacom Grafiktablet
- Intel® Core™ i5 Prozessor 2467M (1,6 GHz, 3 MB L3-Cache)
- 4 GB DDR3 Systemspeicher bei 1.333 MHz
- 64 GB Solid-State-Laufwerk (SSD)
- Intel® Centrino® Advanced-N 6230, 2 x 2 802.11 abg / n
- Bluetooth 3.0
Unter Bezugnahme auch auf diese Quelle sind das jetzt die Unterschiede zu jenem Slate, den Microsoft auf der BUILD Konferenz hergegeben hat. Der Developer Slate hat:
- Neuere Firmware (04WJ.M005.20110826.LDG, 8/26/2011)
- Option (GTM67x) Chip für WiFi, GSM/3G
- Silicon Labs (CP210x) Chip für USB<->UART-basierte Szenarien
- Trusted Platform Module (1.2)
- NXP’s Near Field Communications Chip (NFC)
- Bluetooth LE Chip
- Gyroskop
- Umgebungslichtsensor
- Kamera auf der Rückseite
Also kurz gesagt: das Developer Gerät hat einen Haufen Sensoren mehr, UMTS Modem eingebaut, eine zweite Kamera,… Der für mich wichtigste Unterschied liegt allerdings in der Randerkennung, sprich wenn man die Gesten von “außen” zum Screen macht (App Bar, Charms): das Developer Gerät erkennt Berührungen sofort, vom ersten Pixel an. Das Windows 7 Serienmodell tut das nicht (auch wenn die Developer Preview darauf läuft). Ob es sich dabei um etwas handelt, das per Firmware/Treiber/Softwareupdate behebbar ist, oder tatsächlich eine besondere Hardware erfordert, kann ich leider nicht beurteilen, dazu hatte ich das Seriengerät zu kurz in der Hand – das wäre allenfalls dann mit der Consumer Preview zu testen. (Auf die Sensoren könnte man verzichten, aber das mit der Erkennung,…).

Beobachtungen
Egal ob Seriengerät oder Developer Preview, einige Beobachtungen gelten für beide Systeme:
- Geschwindigkeit: Der Core i5 Prozessor sorgt für genügen Kraft. Da ruckelt (unter Windows 8 getestet) einmal gar nichts.
- Laufzeit: Die von Samsung angegebenen 6h kann man durch den Marketingfilter laufen lassen,… also so ca. 4,5h sind realistisch.
- Lautstärke: Leider ist das Gerät nicht unhörbar, der Lüfter ist doch bemerkbar und springt doch recht häufig an.
- Docking Station: Großen Bildschirm per HDMI anschließen, eine “richtige” Tastatur dran, und schon hat man eine richtig gute Büro/Mobil-Lösung. Sehr angenehm, man kann das Gerät mit einer Hand reinstecken und wieder herausnehmen. Die Docking Station selbst ist relativ klein und benutzt das selbe Netzteil wie der Slate – praktisch, wenn man sie mitnehmen will. Knausrig dafür: neben dem HDMI-Port und eine Ethernet-Schnittstelle ist gerade mal EIN USB-Port extra dabei. Im Bürofall egal, hängt eben ein weiterer USB-Hub dran.
- Tastatur: Die von Samsung beigelegte Tastatur… also wer baut denn so etwas? Auf der Rückseite ist ein Knopf: 2-sek gedrückt halten ist ein/aus, 3-sek ist Blutooth-Koppeln. Was dazu führt, dass ich es fast nicht schaffe die Tastatur ohne neu zu koppeln ausschalten kann :) Ich werde die demnächste ersetzen.
- An den Projektor: Ach waren das noch Zeiten, als man "sich “einfach an den Beamer” ansteckte. Nun darf man mangels VGA-Buchse mit einem durchaus umfangreichen Set an Adaptern ausrücken. Das Gerät selbst hat nur einen Micro-HDMI Ausgang. D.h. man hat mal ein Micro-HDMI auf HDMI Kabel dabei. Jetzt kann am Zielort natürlich bereits ein Kabel heraushängen. Also noch eine weiblich-weiblich Kupplung dazu packen. Die Dockingstation wiederum hat eine normale HDMI-Buchse. Gut, also ein “normales” HDMI-Kabel auch noch dazu. Was aber, wenn – wie ja sicher noch die nächsten Jahre üblich – am Ziel doch VGA benötigt wird? Dann kann man zusätzlich den HDMI-VGA Wandler von Samsung erwerben (AH1NAMB, ca. 30 EUR). Der ist schlank und rank, liefert allerdings nur eine Auflösung von 1024x768. Wenn man höhere Auflösungen benötigt, … dann gibt es z.B. so etwas wie HD-Fury2 um weniger schlanke 150 EUR. Es lebe der Fortschritt. Ich will das ja gar nicht Samsung jetzt anhängen, ist nur eine Feststellung.
Sollten diese Beobachtungen jetzt nicht abschreckend gewesen sein, dann noch eine Empfehlung für Business-User, es sollte (nicht nur aus Lizenzgründen) jedenfalls zum “richtigen” Gerät gegriffen werden: nämlich jenem, wo die Professional Version vorinstalliert ist. Dieses dürfte auch einen TPM-Chip dabei haben, zum Vergleich siehe: Samsung Vergleich.
Persönliches Fazit
- Das Serienmodell des Series 7 Slate ist meiner Meinung nach der wohl beste Windows 7 Slate den man derzeit kaufen kann.
- Windows 8 läuft auch auf dem Serienmodell.
- Wenn’s nicht super dringend ist,… ich würde warten und Windows 8 Geräte dann kaufen, wenn Windows 8 da ist.
29.2.,… da kommt ja dann mal die “Consumer Preview”, ich freu mich schon :)